BIM-Umfrage der BSVI - Ergebnis vorgestellt

BSVI, Matthias Paraknewitz, Präsident

BIM-Umfrage der BSVI - Ergebnis vorgestellt

VSVI |15.11.2022

Matthias Paraknewitz, Präsident der BSVI, stellt das Ergebnis der Umfrage zur BIM-Methode vor.


Building Information Modeling (BIM) im Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis 

- Ein Stimmungsbild der Branchen -

 

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, 

an unserer Umfrage zum Thema Building Information Modelling haben sich über 1.200 Mitglieder der VSVI-Landesvereinigungen beteiligt. Für ihr Engagement bei der Durchführung

der Umfrage danke ich herzlich dem Leiter des Arbeitskreises, Herrn Dr. Hörold und allen Arbeitskreismitgliedern für die erfolgreiche Arbeit.

Das Ergebnis für uns intern zeigt:

Etwa die Hälfte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Umfrage ist in der Verwaltung beschäftigt. Nur ca. 40 % % der Befragten beschäftigen sich derzeit überhaupt mit der BIM-

Methode. Die Meisten davon haben bislang wenig Erfahrungen mit BIM. 

Die BIM-Methode wird hauptsächlich im Bundesstraßenbau (58,9%) angewendet, gefolgt von den Landes-/Staatsstraßen (32,7 %) und den Autobahnen (31,7 %). Sie ist mehr im Neubau (73,0 %) vertreten als beim Um- und Ausbau (48,4 %) und der Erhaltung (18,9 %). 

Die BIM-Methode wird häufiger bei Außerortsstraßen angewendet als innerorts, obwohl innerorts aus meiner Sicht deutlich mehr Aspekte und Konflikte zu berücksichtigen sind und ein Einsatz der BIM-Methode vorteilhaft wäre. 

Die BIM-Methode wird bislang hauptsächlich in der Entwurfsplanung und in der Ausführungsplanung eingesetzt. Die Umfrage zeigt, dass die Zahl der BIM-Projekte noch gering ist und dass wenige Projekte mit durchgehender Anwendung der BIM-Methode von der Grundlagenermittlung bis zur Betriebsphase vorliegen.

Eine Auswertung in Bezug auf die Anwendungsfälle oder nach Leistungsphasen der HOAI zeigt ebenfalls ein differenziertes Bild. Während die Bestandserfassung, Visualisierung, Koordinierung der Fachgewerke und die Mengen- und Kostenermittlung häufiger angegeben werden, sind die Anwendungen insbesondere während der Bauphase, wie Logistikplanung, Baufortschrittskontrolle, Änderungs- und Nachtragsmanagement eher unterrepräsentiert.

Erstaunlich ist auch, dass nur 15 % aller Befragten eine gemeinsame Datenumgebung nutzen. Nur ein Drittel aller Befragten kennt den BIM-Masterplan. Die Befragten sehen die größten Hemmnisse bei der Einführung der BIM-Methode in der fachlichen Umsetzung der BIM-Methode und in der fehlenden Qualifikation der Mitarbeiter sowie in unklaren Vorgaben der Auftraggeber. Erstaunlich ist dabei das Bild der Selbst- und Fremdwahrnehmung der Branchen. Um mit der BIM-Methode schneller voranzukommen geben die meisten der sich mit BIM Beschäftigenden zusätzliches Personal bzw. eine eigene BIM-Abteilung an.


Die Umfrage hat gezeigt, dass in den Verwaltungen, den Baufirmen, den Ingenieurbüros und auch in der Forschung und Lehre noch sehr viel unternommen werden muss, um BIM als alltagstaugliche Planungsmethode zu etablieren.


Mit kollegialen Grüßen

Matthias Paraknewitz, Präsident

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